achtung katzenbuch: Sechs Katzen und ein Todesfall von Marianne Kaindl

Samtpfoten sind ja eigentlich sehr harmoniebedürftig. Bücher in denen schlimme Sachen passieren, regen uns auf. Andererseits ist es auch ein bisschen langweilig ständig so lieb und harmoniebedürftig zu sein. Frauchen hat so Bücher, die nennt sie Krimis. In diesen Büchern passiert meist ein Mord. Zum Glück wird am Ende eigentlich immer der Mörder gefunden und deshalb sind diese Bücher mit meinem Harmoniebedürfnis vereinbar. Aber mal ehrlich: Manchmal stellen sich die Zweibeiner bei der Suche nach den Mördern so zweibeinisch an, da stellt sich mir mein Fell zu Berge.

 

Und neulich, wurde ich überfallen. Jemand ist bei mir eingebrochen und hat mir meine Leckeres geklaut. Frauchen hat gesagt, die Beweise sprechen gegen mich und wollte mir nicht helfen nach dem Dieb zu suchen.
Mein Entschluss stand also fest. Ich wollte das ganze auf Kätzisch klären. Die Zweibeiner haben das einfach nicht drauf mit dem Ermitteln. Deshalb habe ich Frauchen gesagt, dass ich jetzt eine Ermittler-Katze sein will. Frauchen hat vielleicht gelacht. Sie sagte, so was gibt es doch nicht. Nur Menschen könnten Mordfälle aufklären. Sie hat mir vorgeschlagen ein Buch von Miss Marple oder Sherlock Holmes zu lesen. Also hat sie in die Suchmaschine im Internet „Krimi“ eingegeben und dann hat sie sich einen Kaffee gekocht, damit ich mir in Ruhe ein Buch aussuchen konnte. Diese Gelegenheit habe ich sofort genutzt und habe zu dem Suchbegriff „+ Katzen“ hinzugefügt. Und ich hatte Recht! Es gibt Ermittler-Katzen! Und die haben schon 3 Fälle gelöst und die kann man als Buch lesen, weil Ermittlerin Coco über ihre Abenteuer Tagebuch geführt hat.
Als das Buch ein paar Tage später kam, hat Frauchen nicht schlecht geguckt, dass es doch Katzen-Krimis gibt. Ihre Berufsgruppe mag es nicht so sehr nicht Recht zu haben. Um ihre Unwissenheit zu überspielen, hat sie dann gleich das Buch mit mir gelesen und ich muss euch sagen: Noch kein Krimi hat mich so aufgewühlt wie dieser. Logischerweise ist ein Mord passiert. Der angeblich erfolgreiche Unternehmensberater Frummelmann wurde umgebracht. Bis dahin war alles normal. Aber dann hat die Polizei doch ernsthaft das Frauchen von der Coco verdächtigt! Die haben sie sogar mit auf die Polizeiwache genommen, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wer in der Zeit die Katzen füttert. Und Coco ist nicht die einzige, deren Magen knurrte. Sie ist eine von 6 Samtpfoten.

Da gibt es noch die weise Purzel, die leider mittlerweile von uns gegangen ist, weshalb die Geschichte eine umso wertvollere Erinnerung ist. Außerdem gibt es noch die Maxi, die auch schon ein Senior ist. Percy und Merlin sind die Männer im Team und dann ist da noch Goldie, die Projektleiterin. Irgendwie ist mir die Coco aber sympathischer als die Goldie (nicht böse sein). Diese 6 Mäuler beschließen vor lauter Hunger die Ermittlungen selber in die Hand zu nehmen, damit das Frauchen schnellstmöglich nach Hause kommt. Schnell gründen sie eine Detektei und suchen nach Spuren. Vor allem Coco begibt sich dabei immer wieder in große Gefahr. Und da gibt es auch soviele Menschen, die keine Katzen mögen und sogar den Auftrag geben, aus zwei der Katzen ein Essen machen zu lassen. Da ist es echt ein Wunder, dass die Samtpfoten-Detektive am Ende den Fall aufklären und alle gesund und munter sind. Obwohl, es sind Katzen, also ist es eigentlich kein Wunder, dass sie es schaffen, sondern einfach nur logisch… Ihr denkt, das geht nicht? Aber natürlich! Mit modernster Technik und nützlichen Apps, kann die Ermittlertruppe sogar Kätzisch auf Menschisch übersetzen. Zum Glück brauch ich sowas bei meinem Frauchen nicht. Obwohl es manchmal echt doof ist, dass sie ALLES versteht…

Das Buch erschien im Abb-Verlag.

Hier findet ihr weitere Besprechungen zu Büchern von Marianne Kaindl:

Das Vermächtnis des Hypnotiseurs (Band 2)

Nazi-Allergie (Band 3)

Leserkatzen – Krimi-Helden

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Zwiebelchens Plauderecke

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