achtung buch: Magisterium (1) – Der Weg ins Labyrinth von Cassandra Clare und Holly Black

Im Zentrum von Magisterium steht der junge Callum Hunt, der von seinem Vater eine absolute Angst vor Magie eingetrichtert bekommen hatte. Schließlich war seine Mutter in einem großen Zaubererkrieg umgekommen und er selbst hatte ein verletztes Bein zurückbehalten, da er als Baby keine Chance auf Hilfe in der Höhle hatte.

„Wenn Magier in den Krieg ziehen, was oft der Fall ist, scheren sie sich nicht um die Menschen, die darin umkommen.“

Auf einmal, 12 Jahre später,  sollte er, der genau so viel Angst vor den Magiern hatte wie vor der Tatsache, selbst einer von ihnen zu sein bei der Aufnahmeprüfung für das Magisterium antreten. Und nicht einmal der gute Rat seines Vaters, einfach bei allen Prüfungen durchzufallen, scheint zu helfen, denn der berühmteste Lehrer Master Rufus scheint große Stücke auf den Jungen zu halten. Ehe er sich versieht, ist er an der Seite von Aaron und Tamara Schüler des Magisteriums und findet die Magie dooferweise gar nicht mal sehr schlecht – eher sehr sehr cool! Und gemeinsam mit seinen neuen Freunden lassen sich sogar die langen Tage voller Sandkörner sehr gut aushalten. Bald schon sind die Elemente die besten Freunde der jungen wissbegierigen Schüler und ein Mantra hat sich tief eingebrannt:

Feuer will brennen
Wasser will fließen
Luft will schweben
Erde will sich verbinden
Chaos will verschlingen

Die ausgelassene Stimmung soll jedoch nicht von Bestand sein, denn schon bald fordert ein schreckliches Geheimnis eine Entscheidung von Call, die die Zukunft maßgeblich beeinflussen wird. Denn sein Vater hatte ihn gewarnt: „Du weißt ja nicht, was du bist!“

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Bevor ich Magisterium selber gelesen habe, hörte ich viele geteilte Meinungen zwischen Begeisterung und Harry Potter Abklatsch. Nachdem ich dann einige Tage um die Regale im Buchladen herumgeschlichen bin, habe ich es schließlich gekauft. Es ist eben auch optisch schon ein wahrer Augenschmaus: der kupferglänzende Buchschnitt, das mystisch gestaltete Cover samt Anagramm…. mich hat’s gehabt und schon war es in der Tasche!

Habe auch direkt angefangen zu lesen und erst wieder aufgehört, nachdem das Buch vorbei war. Sicher findet man Parallelen zu Harry Potter, aber man kann das Rad nicht neu erfinden, gerade wenn es um das Genre der Zauberlehrlinge und deren Schulen geht. Zumal ich als Potter-Liebhaberin der allerersten Stunde schon lange auf Lesbares aus dem Genre warte, das irgendwie annähernd an Harry heranreicht.

Bei den Charakteren finden wir Call, den gehandicapten „Helden“, der von den anderen zunächst gemieden wird. Er verhält sich aber auch nicht gerade nett, was man auf die indoktrinierten Ängste des Vaters zurückführen kann. Dann haben wir Tamara, die Strebsame aus gutem Hause, die auf Erfolg gedrillt wird, koste es, was es wolle. Und Aaron, den Einzelkämpfer ohne Familie, für den das Magisterium alles bedeutet. Wir haben die Lehrer, genannt Master, allesamt interessante Persönlichkeiten mit absolut tollen Fähigkeiten und auch die Bösewichte und Missgönner (Jasper). Abgerundet wird das alles durch magische Wesen, die mich total begeistern konnten.

Auch das Magisterium an sich ist ein einfach nur faszinierender Ort: die unterirdischen Labyrinthe, in denen man sich sehr schnell verirren kann und in deren Gängen man nicht selten auf einen Elementarier trifft. Super toll geschrieben! Da würde ich auch selbst gern einmal mit einem Boot durchfahren!

Am tollsten war jedoch der Unterricht. Ich liebe Bücher über Elementarmagie und davon gibt es hier mehr als genug. Denn im Magisterium werden diese Elemente unterrichtet. Spätestens da ist Schluss mit Harry Potter, denn der Roman bekommt eine wunderbare Eigendynamik und Story, die zu fesseln und begeistern versteht. Dazu werden noch die wesentlichen Werte wie tiefe Freundschaft und Vertrauen vermittelt. Den Autorinnen gelang in meinen Augen ein fulminanter Auftakt zu einer tollen Serie, die hoffentlich sehr bald fortgesetzt wird! Für mich ein total gelungenes Buch und ich freue mich schon sehr auf die weiteren Bände.

Allerdings habe ich auch einen Wermutstropfen entdeckt, und zwar beim Hörbuch: Warum ähnelt der Jingle von Magisterium „Hedwig’s Theme“ von Harry Potter so sehr? Dies hätte nicht sein müssen, denn das Buch hat für sich allein schon genug Potential.

Hier kommt ihr direkt zu einer Hörprobe und mehr Informationen findet ihr auf der Seite des Verlags!