achtung katzenbuch: Nazi-Allergie von Marianne Kaindl

Hey Freunde,

ich weiß, so beginnt man keine Rezension. Aber wie bitte schön soll ich eine Rezension schreiben, über etwas, das ich live miterlebt habe?

Ihr kennt sicher mittlerweile meine Freundin Coco, die kleine freche Ermittlerkatze und clever wie sie ist, hat sie schon wieder einen Mordfall aufgeklärt, also eigentlich ganz viele. Dieser Menschenermittler Silkowski hat echt nichts drauf…

Na ja und Coco führt ja Tagebuch über ihre Ermittlungen und veröffentlicht diese. Und nun hat Frauchen gesagt, ich soll endlich meine Rezension zum aktuellen Fall maunzen. Als wenn das so einfach wäre! Dieses Mal war ich ja direkt vor Ort und war Gastkatze im aktuellen Krimi. Wie soll ich da denn sachlich das Buch maunzensieren?

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Na ja, aber ich versuche es mal…

Davide, ein Kumpel von Cocos Herrchen Stefan (na ja, also der Herrchenstatus ist eigentlich nicht so richtig geklärt) ist einer ganz brisanten Sache aus der Vergangenheit auf der Spur. Er hat Dinge herausgefunden, die so grausam sind, dass man vor Entsetzen das Schnurren vergisst. Obwohl Davide kurz vorher noch bei Stefan in der Galerie war, wird Coco nur wenig später Zeugin, wie Davide anscheinend sturzbetrunken vor ein Auto läuft und stirbt. Anscheinend ein grausamer selbstverschuldeter Unfall. Mmhhh, wer’s glaubt wird menschisch. Oh, Frauchen sagt gerade ich soll sachlich bleiben…

Also Coco ahnt natürlich sofort, dass da was faul ist. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwerer als gedacht. Zu verwoben und angestaubt ist die Geschichte, die dahinterzustecken scheint. Die Frau, die den Unfallwagen fuhr, leitet einen Rüstungsbetrieb und ihr Vater… na, das verrate ich lieber nicht…

Und dann hat die Tochter der Nachbarin einen Mann kennengelernt. Da musste ich immer niesen, wenn ich bei Coco war und der nebenan war. Der hat ein paar Reden geschwungen, über die Flüchtlinge und was er mit ihnen machen würde… da habe ich gleich überlegt, wo wir Frauchens liebe Deutsch-Schüler aus Syrien verstecken können. Aber alle bekomme ich leider nicht in mein Katzenzimmer…

Percy hat gesagt, der Typ von der Nachbarin ist ein Rechtspopulist. Das Wort habe ich noch nie gehört. Aber ich wollte es unbedingt in der Rezension maunzen. Ihr wisst sicher, was es bedeutet. Und dann hat der einen Schäferhund, der Blondi heißt. Ich weiß, dass ich diesen Namen schonmal irgendwo in den Geschichtsbüchern von Frauchen gelesen habe, aber ich weiß nicht mehr wo. Ich weiß nur, dass der Name bei mir Brechreiz auslöst und das muss ich vermeiden, sonst ist Frauchen immer so besorgt.

Aber tief im Inneren bin ich mir sicher, dass dieser gemeine Schäferhund gar nicht so böse ist, wie er tut. Ich meine, wir haben unsere Isabella und die ist auch ein Schäferhund. Aber die will keine Flüchtlinge in den Popo beißen, im Gegenteil. Die würde alle abschlecken. Das ist aber, weil ja auch Frauchen und Herrchen ganz tolerant sind. Aber dieses Herrchen von Blondi erzählt ja den ganzen Tag nur Mist. Und Blondi hat dann wahrscheinlich Angst, dass sein Herrchen schimpft, wenn er nicht den gleichen Mist bellt. Dabei ist das doch ganz großer Käse. Ich meine, ich habe zwei echt anstrengende Stiefschwestern. Aber ich jemals gemaunzt, dass die weniger Wert sind, nur weil sie eine andere Herkunft haben als ich? Oder habe ich jemals gefaucht, dass sie mir mein Essen wegessen? Ich meine gut, jetzt wohne ich wieder allein bei Frauchen und meine Stiefschwestern bei meinen Ziehgroßeltern. Aber das hat nichts mit deren Fellfarbe zu tun. Es ist doch so einfach tolerant zu sein. Und ich frage mich immer: mit welchem Recht sind manche nicht tolerant… Aber diese Grundsatzdiskussion führt zu weit und regt mich auf. Das krieg ich immer Schuppen von meiner Nazi-Allergie. Warum sind die Menschen nicht ein bisschen wie Katzen. Aber nun zurück zum Buch.

Der angehende Nachbar ist jedenfalls mehr als suspekt und alle anderen, die in den Fall verwickelt sind, sind es auch. Coco hat bis fast zum Schluss nicht gewusst, wie die Fäden zusammenhängen. Und irgendwie ging es ja nicht nur um den Tod von Davide, sondern die komischen Leute riechen nach einem ganz alten Verbrechen…

Und eigentlich hatte Coco auch gar keine Zeit wirklich zu ermitteln. Schließlich stand ihr eigenes Glück auf der Kippe. Ich habe so sehr mit ihr geweint. Aber da ich diesmal direkt vor Ort war, konnte ich ihr das Pfötchen halten.

Um auf andere Gedanken zu kommen, haben wir immer mal eine echt gute Katzenparty gefeiert. Diese Rebekka weiß, wie man Samtpfoten verwöhnt. Und da sind immer alle gekommen – all meine Katzenfreunde, die ich auch schon aus dem Internet kenne.

Da habe ich mir natürlich aus erster Hand erzählen lassen, wie die Ermittlungen laufen. Allerdings bin ich nicht so mutig wie Bubu oder Mickey Einaug. Die haben ja richtig mitermittelt. Ich habe mich lieber im Hintergrund aufgehalten. Ich bin noch etwas ungeübt im Umgang mit anderen Katzen. Aber nächstes Mal traue ich mich auch!

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Also unabhängig von meiner mitspielenden Wenigkeit, ist das Buch auch so absolut empfehlenswert. Hier werden aktuelle Themen, mit einer knallharten und kätzischen Ermittlung, und viel Katzengemaunz verknüpft. Diese Gratwanderung ist Marianne gut gelungen und man hat keineswegs das Gefühl, dass sie durch die Katzenermittlung das Schrecken der Geschichte beschönigt. Im Gegenteil, sie macht die Geschichte dadurch eher Massentauglich und vielleicht setzt sich so auch jemand mit diesem Thema auseinander, der es sonst nicht gemacht hätte.

Ich bin gespannt, auf Cocos nächsten Fall. Und ein Tip von mir: Diese Passagen mit dem Silkowski könnt ihr weglassen. Der kann eh nichts.

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Wenn ihr mehr über Nazi-Allergie und die Coco-KatzenKrimis erfahren wollt, dann schaut hier in unserer damaligen Blogtour vorbei.

Und wenn ihr direkt mit den Krimi-Katzen maunzen wollt, oder einfach nur den Stand der aktuellen Ermittlung erfahren wollt, dann findet ihr sie entweder hier, oder auf facebook (Aktuell verstecken sie sich dort – Dank der DSGVO, aber ihr könnt bei Marianne Kaindl vorbeischauen. Sie postet regelmäßig Bilder 🙂 ).

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Das Buch erschien im Abb-Verlag.

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Hier findet ihr weitere Besprechungen zu Büchern von Marianne Kaindl:

Sechs Katzen und ein Todesfall (Band 1)

Das Vermächtnis des Hypnotiseurs (Band 2)

Leserkatzen – Krimi-Helden

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Weitere Meinungen zu „Sechs Katzen und ein Todesfall“:

Zwiebelchens Plauderecke

irve liest (Diese Rezension hat übrigens mein Katzilobter Rocky geschrieben <3)

Julia hier bei Blogger mit Buch 🙂