achtung katzenbuch: Die Katze des Dalai Lama von David Michie

Heute möchte ich euch jemanden ganz Besonderen vorstellen – eine Kollegin sozusagen: Die Katze des Dalai Lama. Ihr Name? Das ist nicht so einfach, denn sie hat viele. Sie bevorzugt „Schneelöwin“, denn so nennt sie ihr bekanntes Herrchen. Und auch sonst erinnert mich die bedingungslose Liebe, die sie bekommt, an mein eigenes Katzenglück.

Aber erst einmal von vorn. In einer ziemlich heruntergekommenen Gegend entdecken zwei Jungs einen Wurf Himalaya-Katzen. Eigentlich eine Rasse von edler Herkunft, und bestimmt hätten die Kitten dadurch eine sichere Zukunft gehabt. Doch sie werden, eigentlich viel zu jung, der Mutter aus dem schützenden Versteck gestohlen. Die Jungs versuchen sie zu Geld zu machen. Nur bei dem jüngsten Kitten, das ihnen heruntergefallen war und mehr tot als lebendig zu sein schien, sahen sie keine Chance mehr. Gerade, als sie dabei waren es zu entsorgen, wurden sie vom Dalai Lama beobachtet. Die Rettung!

Das kleine weiße Kätzchen wächst von nun an beim Dalai Lama auf. Sie muss noch viel lernen und dabei schadet es nicht, dass sie die Möglichkeit hat, den vielen Audienzen ihres Herrchens beizuwohnen. Wer dort zu Beuch kommt? Das darf sie natürlich nicht verraten – aus Diskretion. Aber mit der Zeit, beeinflussen die Weisheiten des Dalai Lama auch ihr Leben und der Buddhismus wird ein Teil dieses kleinen Katzenwesens.

„Das beweist, dass unser Glück oder Unglück weniger von den Lebensumständen abhängt, als von unserer Sichtweise.“ (S. 46)

In interessanten und witzigen Kapiteln kann man die Lebensetappen des Kätzchens verflogen und man erlebt hautnah die Lektionen, die ihr das Leben spielt. Vom Essen, der Liebe und dem Leben erzählt sie und erscheint uns dabei wie eine Stimme aus uns selbst.

Natürlich begegnet sie vielen Menschen in ihrem Leben und dabei ist es nicht immer unnütz die Katze seiner Heiligkeit zu sein. Sei es, um einen Extrahappen im Café Franc zu ergattern oder um den Lektionen bekannter Lamas im Tempel beizuwohnen. Auch Tenzin und Chogyal, die Mitarbeiter des Dalai Lamas, kümmern sich liebevoll um den tierischen Neuzugang. Aber der Dalai Lama bleibt ihr unangefochtener Lieblingsmensch, dessen tiefgründigen Gedanken sie andächtig folgt.

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David Michie gelingt es, in diesem Buch nicht nur eine wunderbare Katzengeschichte zu erzählen, sondern auch die Grundzüge des Buddhismus einfließen zu lassen. Da er selbst praktizierender Buddhist ist, fällt es ihm leicht, der Katze seiner Heiligkeit buddhistische Lebensweisen in den Mund zu legen. Das macht die Lektüre zu einem amüsanten und gleichzeitig tiefgründigen Zeitvertreib, der ganz nebenbei versucht, den Weg zum Glück aufzuzeigen. So lernt der Leser, „dass der leichteste Weg zum Glück darin besteht, anderen ein Freude zu machen.“ (S. 48) und diese Erfahrung haben wir ja alle schon gemacht. Damit wird das Buch zu einem Wegweiser für das Leben.

Dieses Buch ist wirklich toll. Während Frauchen mit einem Lächeln auf den Lippen die Zeilen verschlang, lernte ich, dass sie am glücklichsten ist, wenn sie mir dabei hilft, mein Lieblingsfutter zu öffnen.

Es wird durch und durch der Weg zum positiven Denken aufgezeigt, und wer bereit ist, sich ein bisschen auf die buddhistischen Lehren einzulassen, wird erkennen, dass in dem Buch viel Wahrheit steckt.

Wir stimmen dem Klappentext zu:

Eine bezaubernde Lektüre für Menschen, die Glück und Sinn Suchen, für Katzenliebhaber und alle, die wissen wollen, warum der Dalai Lama kein Fan von toten Mäusen ist.

… und wir freuen uns auf die Fortsetzung!

Das Buch erschien im Lotos Verlag und wurde von Kurt Lang ins Deutsche übersetzt.