achtung interview: Im Intermiau mit Kater Socke

Menschen interviewen kann ja jeder! Aber wenn es zu einem Intermiau zwischen Katz‘ und Kater kommt, dann ist keine Information sicher!

Foto: Heike Wolpert
Postkartendesign: Marianne Kaindl

Pauli:
Hallo Socke! Ich darf doch einfach Socke sagen? Ich bin Paulinchen und ein großer Fan von dir! Du hast vielleicht ein aufregendes Leben! Frauchen und ich sind total begeistert von deinen Krimis. Deshalb ist es mir eine besonders große Ehre dich zu interviewen. Und mir brennt schon die ganze Zeit eine wichtige Frage unter den Krallen! Wieviel von dir steckt im Krimi-Socke? Beschreibt die Heike da genau dich? Also, ich hoffe die Frage ist nicht indiskret, aber hast du wirklich einen gelähmten Schwanz? Meine Zieh-Schwester hat das auch! Und ich bewundere sie, wie sie trotzdem Leitern hoch und runter klettert.

Socke:
Liebe Pauli, es ist mir eine große Ehre, von Dir interviewt zu werden und Du darfst mir gerne alle Fragen stellen. Heike freut sich sehr, dass Dir als Expertin die Kater-Socke-Krimis so gut gefallen, sie ist ganz stolz!
Aber nun zu Deiner Frage: ich habe tatsächlich einen gelähmten Schwanz. Wie das passiert ist, weiß ich leider nicht mehr. Mein Handicap stört mich aber nicht und auch die anderen Katzen haben damit kein Problem, so wie Du ja ebenfalls. Manche meiner Eigenschaften im Buch sind aber auch erfunden. So bin ich im wahren Leben eher ein Einzelgänger und treffe mich nicht jeden Tag mit den Nachbarskatzen. 

Pauli:
Ach, das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass du ein Einzelgänger bist, weil ich schon manchmal Bilder von anderen Katzen auf der Seite deines Frauchens gesehen habe. Aber ich bin auch eine Einzelgängerin. Ich versteh mich einfach nicht so gut mit Artgenossen. Deshalb wohne ich ja auch nicht mehr mit meinen Zieh-Schwestern zusammen, sondern bin mit zu Frauchen gezogen. Aber wenn wir schon mal beim Thema sind: Gibt es denn die ganzen Nachbarkatzen? Ich finde Clooney sehr sympathisch. Wir teilen die Vorliebe für Essen.

Socke:
Liebe Pauli, für Clooney gibt es tatsächlich ein Vorbild. Die mollige Tigerkatze lebte in der Nachbarschaft, sie ist leider schon gestorben, aber sie war auch schon sehr alt. Ihren Sohn Gismo gibt es ebenfalls in der Realität, er ist nach dem Tod seines Frauchens unserer Nachbarin in ein sehr liebevolles neues Zuhause gezogen. Und auch Mikey ist inzwischen mit seiner Familie umgezogen. Die anderen Katzen: Suleika, Mimi und der norwegische Waldkater Champion sind erfunden. 

Pauli:
Oh, wie schade. Da ist der Katzenwelt aber eine große Bereicherung verloren gegangen, wenn Suleika nur erfunden ist. Wen könnte ich denn jetzt um Rat fragen, wenn ich mal Beschwerden habe. 😉
Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Alle Katzen aus den Krimis als Filzzwilling!
Foto: Heike Wolpert
hinten von links nach rechts: Clooney, Micky, Gismo, Socke, Mimi
vorn: Suleika
Moment… da fehlt Champion!

Kannst du mir verraten wie es dazu kam, dass dein Frauchen dich zum Krimi-Kater gemacht hat? Oder muss ich sie da selber fragen? Und wie gefällt dir diese Rolle?

Socke:
Liebe Pauli, das kann ich Dir gerne erzählen, schließlich bin ich der Grund, warum mein Frauchen Krimis schreibt. Ich habe mir mein Zuhause damals bei Heike und Peter ausgesucht. Bis dato hat Heike nur besonders gerne Krimis gelesen. Als ich dann da war hatte sie ein neues Hobby, sie hat allen immer erzählt, was ich so anstelle. Die Nachbarin meinte dann, sie solle das, mal aufschreiben und da kam Heike darauf, ihre beiden Hobbies, mich und die Krimis, miteinander zu verbinden.
Mir persönlich gefällt meine Rolle als tierischer Ermittler sehr gut. Und für die Lesungen habe ich ja meinen Filz-Zwilling, denn einer muss ja solange aufpassen, dass keine Mäuse ins Haus kommen. 

Socke und seine Filzzwillinge
Foto: Heike Wolpert

Pauli:
Mmh… der Name des Herrchens klingt ziemlich vertraut. Ist er in echt auch bei der Polizei?

Socke:
Liebe Pauli, mein Herrchen ist (leider?) nicht bei der Polizei. Aber es gibt natürlich ein Vorbild. Peter ist der Mann von Heike, der ist inzwischen im Ruhestand und hält uns bei allen möglichen Aktivitäten den Rücken frei … und was den Namen angeht – du hast recht, das Hauptkommissar aus dem Buch und Heikes Mann heißen genauso. Viele Eigenschaften von Heikes Mann hat auch ihr Hauptkommissar Peter Flott.

Pauli:
So ein rückenfreihaltendes Herrchen ist toll. Da kannst du noch viele Abenteuer erleben. Kommen wir mal auf den Krimi-Socke zu sprechen. Mal so von Katz‘ zu Kater: Dein Frauchen ist ziemlich clever. Sie hat den wahren Wert der Katzen verstanden. Ohne dich wäre keiner der Fälle so schnell geklärt gewesen. Irgendwie hast du immer den entscheidenden Impuls geliefert. Wie fühlt sich das an, wenn einem so eine heldenhafte Rolle zugeteilt wird?

Socke:
Das ist schon ein tolles Gefühl, aber wir Katzen sind ja auch ganz besondere Tiere. Alle, jede auf ihre Art, das hat mein Frauchen, dank mir erkannt. Dafür möchte ich natürlich auch regelmäßige Leckerligaben. Das kann Kater doch erwarten, oder?

Pauli:
Das ist ja wohl das mindeste! Aber wenn du so ein einfühlsames Frauchen hast, dann hast du mit Belohnungen ja keine Probleme. Ich würde gern auf deinen ersten Fall zu sprechen kommen. Da geht es ja um ein relativ unkatziges Thema – die Schönheitsbranche. Weißt du, wie dein Frauchen auf dieses Thema kam? Und was denkst du über diesen menschlichen Quatsch?

Socke:
Es geht ja in Schönheitsfehler unter anderem auch um ein neues Antifaltenmittel, dafür hat sich Heike entschieden, weil es etwas sein sollte, das in der Öffentlichkeit großes Interesse weckt, auf der anderen Seite sollte es aber auch nicht allzu ernsthaft sein, wie beispielsweise ein Wundermittel gegen Krebs. Ein Faltenmittel wollen zwar viele haben, aber es ist nicht überlebenswichtig.
Als Kater kann ich übrigens über den Schönheitswahn mancher Menschen nur den Kopf schütteln. Im Krimi wundern wir Katzen uns ja auch, was manche Menschen auf sich nehmen, um schöner und damit beliebter zu werden. Wir Katzen machen uns darüber keine Gedanken und sind doch alle von Natur aus schön.

Pauli:
Das hast du schön gesagt . Wir sind alle von Natur aus schön, ob pummelig oder mit gelähmten Schwanz. Und das Thema hat dein Frauchen gut gewählt.
Ich war ganz erschrocken zu lesen, dass Menschen für die Schönheit morden würden. Darüber hatte ich mir noch keine Gedanken gemacht.
Der Krimi-Socke hat ja wirklich viel erlebt in dem ersten Fall. Nicht nur, dass er den Mord live mitgehört und gerochen hat, für ihn begann bei dem Kommissar auch ein neuer Lebensabschnitt. Findest du Peter Flott ist ein gutes Herrchen? Vor allem im zweiten Krimi wirkt er doch manchmal etwas begriffsstutzig

Socke:
Ein bisschen begriffsstutzig ist er schon, aber er liebt seinen Socke im Buch, genau wie mein echtes Herrchen mich und deshalb ist er schon ok. Wenn er die Katzen zu gut verstehen würde, gäbe es natürlich so manche lustige Szene und die eine oder andere Verwicklung nicht. Also ist er halt nicht so der Katzeversteher dafür hat er ja Chris, die ist zwar Tierärztin, was ja bei uns Katzen nicht so beliebt ist, aber sie versteht uns um einiges besser. 

Pauli:
Das stimmt, so habe ich das noch nie gesehen. Aber wenn wir schon mal den 2. Krimi ansprechen, dann wollte ich dir sagen, dass ich den noch besser finde als den ersten. Ist das schlimm? Ich wusste nämlich ganz lange nicht, wer der Mörder ist.

Socke:
Nein, das ist überhaupt nicht schlimm selber ist man ja „betriebsblind“, aber das haben uns schon viele Leser gesagt, dass wir uns von Buch zu Buch gesteigert haben. Ich freue mich natürlich sehr darüber.

Pauli:
Ein Thema aus Band 2 gefällt mir ja besonders. Denn in dem Buch geht es ja nicht nur um einen schrecklichen Mordfall, sondern auch um das Thema der Herkunft. Du hättest ja gern etwas über deinen leiblichen Vater erfahren. Ich vermisse meine leibliche Mama ja auch (obwohl sie mir in meinem Krimi von Marianne ja begegnet). Wie wichtig ist das Thema Familie für dich und was ist Familie für dich überhaupt?

Socke:
Liebe Pauli, ich würde schon gerne wissen, wo ich herkomme und ich vermisse meine leibliche Mutter und meine Geschwister auch sehr, doch inzwischen sehe ich Heike und ihren Mann als meine Familie an und im Krimi sind das der Hauptkommissar und, ja auch Chris, obwohl sie Tierärztin ist, und natürlich meine Katzenkumpel. 

Pauli:
Meine Familie ist jetzt auch mein Frauchen. Und ein bisschen mein Herrchen. Und mein Menschenbruder der bald kommt.
Was denkst du eigentlich über das Thema Rassekatzen? Ich bin ja eher ordinär, wie Suleika sagen würde.

Socke:
ich bin auch „ordinär“ wie Suleika sagen würde. Aber, wir sind alle Katzen, egal welcher Rassen. Für mich ist die Herkunft nicht wichtig, sondern nur die Katze…, oder der Mensch. Etwas, was die Menschen vielleicht von uns Katzen lernen können.

Foto: Heike Wolpert

Pauli:
Das stimmt und das hast du schön gesagt. Ich sage immer: „Ein Katzen-Miau wird auf der ganzen Welt verstanden – egal welche Farbe oder Rasse die Katze hat.“ Aber wenn wir schon mal bei anderen Katzen sind… Ich habe gehört du verliebst dich im 3. Band? Stimmt das? Leider habe ich Band 3 noch nicht lesen können. Aber ich hoffe Frauchen kauft ihn bald. Er steht ganz oben auf der Wunschliste!
Anmerkung der Redaktion: Paulichen war von dem Interview mit Socke so angetan, dass sie das natürlich längst nachgeholt hat. 🙂

Socke:
Das mit dem Miau hast Du aber schön gesagt. Ja, stimmt im 3. Band verliebe ich mich, Mimi heißt sie und ist die Katze einer Politikerin. Die ist aber plötzlich tot und Mimi verschwunden… 

Pauli:
Worum geht es denn thematisch in dem 3. Band? Darfst du das erzählen?

Socke:
Liebe Pauli, in „Katertrunk“ geht es um eine tote Politikerin einer Tierschutzpartei, also eigentlich eine gute Sache, aber die Frau war nicht sonderlich beliebt. Bald stellt sich heraus, dass sie ermordet wurde. Ja und aus meiner Sicht viel schlimmer, ihre Katze, meine geliebte Mimi, ist verschwunden. Also ein Thema ist der Tierschutz und die Polizei fragt sich, ob hier ein Motiv liegt oder ob es eher etwas persönliches ist. Für mich steht natürlich die Suche nach Mimi im Vordergrund. 

Pauli:
Das klingt ja spannend und aufregend! Sag mal, schreibt dein Frauchen eigentlich schon an einem 4. Krimi?

Socke:
Oh ja, und da ist sie ein bisschen im Stress, denn der Abgabetermin dafür ist Ende Oktober und mein Frauchen hat dieses Mal noch bei einem weiteren Buch mitgewirkt. Da hat sie 6 Kurzgeschichten dafür geschrieben (in einer davon spiele ich übrigens mit). Beide Bücher sollen nächstes Jahr im Herbst wieder im Gmeiner Verlag erscheinen. 

Pauli:
Oh, na da sind wir gespannt! Aber du darfst bestimmt nicht verraten, um was es gehen wird, oder? Nur so ein bisschen vielleicht?

Socke:
Also, ich denke ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass es zwei Tote gibt. Ein verurteilter Mörder stirbt kurz nach seiner Haftentlassung und sein Anwalt kurz danach. Viel schlimmer ist aber, dass meine geliebte Mimi wieder verschwindet und dieses Mal ist es ernst. Ich hoffe nur, dass Heike noch etwas einfällt und sie mit dem Leben davonkommt…. ich bin sehr besorgt. 

Pauli:
Oh oh, na das hoffe ich auch! Vielleicht rettest du sie am Ende sogar.
Jetzt bin ich ja super gespannt. Aber noch bis nächsten Oktober warten, ist ja echt eine Qual!
Aber jetzt wollen wir dich erstmal in Ruhe deinem Frauchen helfen lassen, damit Mimi gerettet werden kann! Ich bedanke mich vielmals bei dir, dass du mir so ausführlich geantwortet hast im Intermiau!

Socke:
Ich habe zu danken und sende ganz schnurrige Grüße an Dich und alles Gute für Dein Frauchen! Und natürlich soll ich von Heike auch ganz liebe Grüße ausrichten. 
Es war mir ein großes Vergnügen mit Dir zu miauen. 

Pauli:
Na und für mich war es eine große Ehre! Vielen Dank <3