achtung buch: Nazi-Allergie von Marianne Kaindl

 

Ihr Lieben,

sicher erinnert ihr euch noch an unsere tolle Blogtour, die bis vor wenigen Tagen auf den sieben Blogs zu Marianne Kaindls neuem Roman „Nazi-Allergie“ stattgefunden hat. Wir hatte tolle Hintergrundinformationen, haben die Ermittler- und Gastkatzen hinter und um Chefermittlerin Coco kennengelernt und konnten auch Einblicke in die Gedanken der Autorin und in das Buch gewinnen. Es war eine Tour, die uns allen sehr viel Spaß gemacht hat.

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Heute soll nun noch einmal das Buch ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt werden. Worum geht es also in „Nazi-Allergie“?

Eigentlich ist der Titel ja schon Programm und steht mit einem spannenden Fall für unsere Krimikatzen in direkter Verbindung: Ein junger Journalist und Freund von Stefan liegt auf der Straße im Sterben, nachdem er voller Vorfreude einem Treffen mit einem Überlebenden der Konzentrationslager entgegenfieberte. Ein Unfall? Auf keinen Fall… Versucht der Sterbende doch noch einen wichtigen Hinweis zu hinterlassen. „Grafenw…“ murmelte er, doch dann sank er zusammen und starb. Auf den ersten Blick sieht alles nach einem Unfall aus, der Journalist schwer betrunken, es ist dunkle Nacht, da kann es schon einmal zu einem folgenschweren Unfall kommen – zumal es da noch sechs Zeugen gibt, die den Unfallhergang bezeugen können.

Ermittlerkatze Coco sträuben sich derweil die Schnurrhaare. „Es war Mord“, erklärt sie dem Hauptkommissar, der sich nur äußerst widerwillig dazu aufrafft, der kleinen Katze auch nur Gehör zu schenken. Vielmehr will er diese unliebsame Geschichte schnellstmöglich zum Abschluss bringen – vielleicht auch, weil sich die Ermittlung in eine unbequeme Richtung entwickeln könnte?

Unverrichteter Dinge kehrt Coco zurück nach Hause und fasst mitsamt ihrem Mitermittlern einen Entschluss: Wenn der Hauptkommissar nicht helfen will, ermitteln die Krimikatzen eben auf eigene Faust. Dass sich das Ganze zu einer viel Größeren Nummer entwickelt als in den vorhergehenden Fällen, zeigt sich schon an der „Herkunft“ der Beteiligten. Da haben wir alte und neue Nazis, ein familienbetriebenes Rüstungsunternehmen und eine große Portion Fremdenhass. Aber zum Glück gibt es wie bei Dunkel und Hell auch ein Gegenstück zum Hass: Katzen, Musik und Liebe. Wird dies allerdings reichen, um sich auf so einem gefährlichen Parkett beweisen zu können? Schaffen es mutige Katzen, offenen Herzens gestandenen Nazis Paroli zu bieten? Folgt dem Maunzen und lasst euch überraschen…

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Viele neue Charaktere – vor allem samtpfotige lernten wir im dritten Katzenkrimi kennen. Auf der Menschenseite dominierte da leider das Gegenteil: Dort trafen wir auf hasserfüllte Zweibeiner, angefüllt von Zorn und Verblendung, die mit Ideologien um sich warfen, die unsere Krimikatzen wahrlich nur zum Niesen bringen konnten. Pfui Teufel, und nicht mal seitens des Kommissariats war mit Hilfe zu rechnen. Wieso nur will der Hauptkommissar nicht helfen und was ist nur mit den Menschen los? Die Katzen leben doch auch in einer bunten und glücklichen Mischung zusammen. Egal, woher sie kommen und welche Fellfarbe sie haben.

Und schon sind wir beim Knackpunkt der Geschichte, die aktueller nicht sein könnte. Warum können im 21. Jahrhundert die Menschen nicht genauso friedlich miteinander leben wie die Katzen in all ihrer Vielfalt? Haben die Menschen denn nichts aus der Geschichte gelernt und muss sich diese wirklich wiederholen? Ausgrenzung uns Hass, heute wie damals, nur auf eine etwas andere Art und Weise greift um sich. Menschengruppen werden ausgegrenzt und ein Mord geschieht. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass sich unsere vierpfötigen Ermittler ins Getümmel stürzen. Es gibt doch überall gute und schlechte Zwei- und Vierbeiner. Man darf sich nicht blenden lassen, aber auch nicht blind von Vorurteilen werden. Vorsicht ja, aber pauschale Ausgrenzung und Ablehnung definitiv NEIN. Aussehen, Sprache und Herkunft sind es nicht, die uns trennen, Vorurteile, Hass und boshafte Gedanken sind es. Wie bei den Babys sollte es sein. Diese sind zu allen gleich freundlich, egal ob schwarz, braun, blond oder glatzköpfig. Böse Gedanken werden erst eingeimpft. Das „Böse“ ist nicht angeboren, sondern man wird erst böse gemacht.

Bloß gut, dass sich unsere Katzen davon nicht blenden lassen, sondern neben der Lösung des Falls alle Pfoten dafür geben, um für ein friedliches Miteinander zu kämpfen – bei Mensch und Tier. Kätzischer Charme trifft auf dunkle Kapitel unserer Geschichte und setzt ein deutliches Zeichen für ein friedliches Miteinander aller Menschen und Tiere auf unserem Planeten. Und auch ich bin der Meinung, dass des möglich ist. Man muss nur manchmal ein wenig weiter über den Tellerrand hinaus schauen und vor allem offen und tolerant auf sein Umfeld zugehen. Marianne Kaindl vermischt einen pfiffigen Katzenkrimi mit den dunkelsten Kapiteln der Weltgeschichte ganz ohne dies zu banalisieren. Vielmehr gelingt ihr ein grandioser Spagat, der Geschichte verschiedensten Lesergruppen von jung nach alt zugänglich und auch begreiflich macht. Denn ein gemeinsames Ziel haben wir doch alle:

„Wir bauen zusammen
die goldene Stadt,
in der Menschen und Tiere, alle friedlich zusammen leben – in der alle
friedlich zusammen leben.“

Dieses Zitat stammt aus „Nazi-Allergie“, Purzel hält darin ein ergreifendes Plädoyer für das friedliche Miteinander aller. Marianne stellt uns diese einmalige herzerwärmende und so wichtige Rede als gratis e-book zur Verfügung. Bitte ladet es euch runter und lest diese Worte! Ihr bekommt das e-book indem ihr auf das Cover klickt.

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