Gerade für die heutigen Teenager ist es wichtig, anerkannt zu sein. Anerkennung, was ist das? Man möchte mit dem Strom schwimmen, die aktuelle Musik hören, die hipsten Klamotten tragen, zur coolsten Clique gehören und immer up-to-date sein. Das erlebe ich selbst jeden Tag wieder an der Schule. Heiße Diskussionen über die krassesten Youtube-Stars, die modernsten Games, die neuesten Social-Media Influencer, welche für die „besten“ Must-Haves werben sind wichtiger als das Real-Life.

Ich sehe zahlreiche Teenager, die mit 15 Jahren exzessiv ins Fitnessstudio gehen, ihre Ernährung akribischer auf Makros und Mikros anpassen als es jeder Ernährungswissenschaftler könne. Das soll auf keinen Fall eine Kritik an sportlichen Kids oder am Fitnessstudio sein, nur sehe ich die Gefahr der verschwimmenden Grenzen… Mädels, die morgens und mittags Eiweißshakes anerkannter und gehypter Marken trinken, zwischendurch dann Energy – zeigen ja die Top-Influencer täglich. Kann also nicht schlecht sein. Bis zu welchem Grad kann dieser Lifestyle gesund sein im Alter unserer Jugendlichen. Immerhin befinden sie sich ja noch mitten im Wachstum und in der Entwicklung. Schöne Körper, die auf die momentane Social-Media Schiene passen. Dabei nicht zu vergessen: die Preisfrage. All der Lifestyle ist mit Kosten in Verbindung zu bringen, die beachtlich für einen jungen Menschen sind, der noch nicht über ein eigenes Einkommen verfügt.

Was ist nun mit den Jugendlichen, die das alles nicht wollen oder können, die nicht jedem Trend hinterherrennen, die das Geld nicht haben, bei denen es familiäre Probleme gibt, die einfach nicht ins Schema passen? Diese haben oft nur zwei Möglichkeiten: Entweder haben sie den Mut und das Selbstbewusstsein, ihren eigenen Weg zu gehen, ein paar wenige gute Freunde zu haben, die diesen gemeinsam mit ihnen gehen und sie unterstützen, oder sie gehen – was leider häufiger der Fall ist – in der Menge unter. Gerade durch den starken Medienkonsum wird heute viel mehr Wert auf die äußeren als auf die inneren Werte gelegt.

Insbesondere bei den jüngeren Teenagern werden die ausgegrenzt, die nicht ins Bild passen, die andere Hobbies haben, alternative Musik zu den angesagten Bands hören oder sich komplett anders kleiden. Dies beginnt bei Ignoranz und kann bei schlimmen Beleidigungen und Mobbing enden. Und es gibt kaum etwas, das mehr schmerzt, als ausgeschlossen zu werden. Häufig versuchen die Jugendlichen dann, sich irgendwie anzupassen, was aber nicht immer glückt.

Dies stimmt mich persönlich immer sehr traurig, da man zwar unterstützen und beraten kann, aber am Kernproblem nur selten etwas Generelles ändern kann. Wichtig ist es, mit offenen Augen auf die Kinder zu blicken und Traurigkeit oder Verschlossenheit auf den Grund zu gehen, um schlimmere Folgen zu verhindern. An der Schule erfolgt dies mithilfe von Schulsozialarbeitern, Beratungslehrern sowie einer guten Beziehung zwischen Klassenlehrer und Schülern, womit man häufig zum Erfolg kommen und zwischen den Schülern vermitteln kann. Dies ist auch mein persönliches Ziel, insbesondere in dieser mediengesteuerten Zeit der virtuellen Vorbilder und Millionen von Trends meine Kinder als individuelle Menschen zu sehen und diese auf die wahren Werte zu sensibilisieren. Eine große Aufgabe, der ich mich aber jeden Tag aufs Neue gerne stelle.

Passend zu dieser ernsthaften Thematik durfte ich im Rahmen der #bleibdu Aktion das Buch „On the come up“ von Angie Thomas lesen. Ein Buch über en junges schwarzes Mädchen, das schwer mit ihrem Erbe, die Tochte eines berühmten Rappers zu sein, zu kämpfen hat, sich Tag für Tag aufs Neue durchbeißen muss und ihren Traum nicht aus den Augen verliert. Ein Must-Read, aber dazu im nächsten Beitrag mehr.

Worum geht es? (Klappentext)

Jeder hat ein Recht auf Redefreiheit – aber nicht jeder wird gehört…

Die 16-jährige Bri wünscht sich nichts sehnlicher, als eine berühmte Rapperin zu werden. Als Tochter einer Rap-Legende ist das nicht leicht: Ihr Vater starb, kurz bevor er den großen Durchbruch schaffte, und Bri tritt in riesengroße Fußstapfen. Dann verliert ihre Mutter ihren Job. Plötzlich gehören Essensausgaben, Zahlungsaufforderungen und Kündigungen ebenso zu Bris Alltag wie Reime und Beats. Als sich die unbezahlten Rechnungen stapeln und ihre Familie kurz davor ist, ihre Bleibe zu verlieren, wird klar: Eine berühmte Rapperin zu werden, ist für Bri nicht länger nur ein Wunsch, sondern ein Muss …

Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten

 

Verlag: cbj; Auflage: Deutsche Erstausgabe (4. März 2019)

 

Sprache: Deutsch

 

ISBN-10: 3570165485

 

ISBN-13: 978-3570165485

 

Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren